Wie schafft es ein Kind, das abends eine schlimme Erfahrung macht, am nächsten Morgen zur Schule zu gehen, ohne dass irgendjemand etwas bemerkt? Die Antwort ist: es dissoziiert.
Dissoziation bedeutet, dass unser Nervensystem bestimmte Gefühle, Körperempfindungen, Erinnerungen oder Wahrnehmungen vorübergehend vom bewussten Erleben trennt.
Man kann sich das vorstellen wie eine Sicherung im Haus. Wenn die Belastung für eine Leitung zu groß wird, fliegt die Sicherung heraus. Nicht weil etwas kaputt ist, sondern um größeren Schaden zu verhindern.
Ähnlich reagiert unser Nervensystem auf Erfahrungen, die sich anfühlen wie: „Das ist zu viel für mich.“ Es reduziert den Zugang zu dem, was gerade nicht verarbeitet werden kann. Dadurch wird es möglich, weiterzufunktionieren – zur Schule zu gehen, zu arbeiten oder den Alltag zu bewältigen.
Problematisch wird Dissoziation erst dann, wenn die „Sicherung“ dauerhaft draußen bleibt oder schon bei kleinen Belastungen auslöst. Dann schützt sie nicht mehr nur vor Überforderung, sondern erschwert auch den Kontakt zu den eigenen Gefühlen, Erinnerungen und Bedürfnissen.

Dissoziation zeigt sich extrem unterschiedlich — und wird sehr oft nicht erkannt. Vielleicht erkennst Du Dich bei einer der folgenden Beschreibungen wieder:
Ob das Nervensystem lernt, häufiger auf Abspaltung zurückzugreifen, hängt viel damit zusammen, wie die frühe Kindheit war. Drei Fragen geben einen ersten Eindruck:
Wenn die Antwort auf eine oder mehrere dieser Fragen nein ist, ist das Risiko für dissoziatives Erleben deutlich erhöht — je nach Bereich um das Sieben- bis Einundzwanzigfache (Kate, M. A., Jamieson, G., & Middleton, W. (2023). Parent-child dynamics as predictors of dissociation in adulthood. European Journal of Trauma & Dissociation, 100312).
Dann lade ich dich ein, das gemeinsam anzuschauen. In meiner Praxis für Traumatherapie in Köln arbeite ich traumasensibel und beziehungsorientiert — mit dem Ziel, dass du dich selbst und dein Erleben besser verstehst und dich wieder mehr zuhause fühlst in dir.